Trinkwasser

Warum warmes Wasser regelmäßig heiß werden muss

Legionellen vermehren sich vor allem in lauwarmem, stehendem Wasser. Mit der richtigen Temperatur und regelmäßiger Nutzung lassen sie sich zuverlässig in Schach halten. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie vorbeugen und welche Prüfpflichten für Eigentümer und Vermieter gelten.

Von Leitz Maintenance GmbH · 12. Mai 2026 · Lesezeit 7 Min.

Das Wichtigste in Kürze

  • Legionellen vermehren sich in lauwarmem, stehendem Wasser
  • Warmwasser sollte ausreichend heiß gehalten und regelmäßig genutzt werden
  • Selten genutzte Leitungen sind ein besonderes Risiko
  • Für vermietete Anlagen gelten regelmäßige Prüfpflichten

Was Legionellen sind und warum sie gefährlich werden

Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in geringer Zahl im Wasser vorkommen. Zum Problem werden sie erst, wenn sie sich stark vermehren. Ideale Bedingungen finden sie in lauwarmem Wasser, das über längere Zeit steht, etwa in wenig genutzten Leitungen oder in Warmwasserspeichern mit zu niedriger Temperatur.

Gefährlich sind Legionellen vor allem, wenn sie als feiner Sprühnebel eingeatmet werden, zum Beispiel beim Duschen. Über das Trinken gelangen sie dagegen kaum in die Lunge. Deshalb richtet sich die Vorbeugung besonders auf das Warmwasser und auf alle Stellen, an denen Wasser vernebelt wird.

Die gute Nachricht ist, dass sich das Risiko mit einfachen Grundregeln stark senken lässt. Temperatur und Bewegung sind die beiden wichtigsten Hebel, denn heißes und regelmäßig genutztes Wasser bietet den Bakterien kaum eine Chance.

Praxistipp. Wenn eine Dusche längere Zeit nicht benutzt wurde, lassen Sie das Wasser vor der ersten Nutzung einige Minuten heiß laufen und halten Sie sich dabei aus dem Sprühnebel fern.

Die richtige Temperatur

Die wirksamste Vorbeugung ist die Temperatur. Warmwasser sollte im Speicher ausreichend heiß gehalten werden, damit sich Legionellen nicht vermehren können. Der lauwarme Bereich, in dem sie sich am wohlsten fühlen, wird so zuverlässig vermieden.

Ebenso wichtig ist, dass das warme Wasser auf dem Weg zu den Zapfstellen nicht zu stark auskühlt. Eine gut eingestellte Zirkulation hält die Temperatur in der gesamten Leitung hoch. Kalte Zonen im Warmwassernetz sind dagegen typische Stellen, an denen sich Bakterien ansammeln.

Bewegung im Leitungsnetz

Stehendes Wasser ist ein Risiko. In selten genutzten Leitungen, in Gästebädern oder in leer stehenden Wohnungen kann Wasser tagelang stagnieren und sich erwärmen. Genau dort finden Legionellen ideale Bedingungen, weil weder Temperatur noch Bewegung sie stören.

So halten Sie das Wasser in Bewegung

  • Selten genutzte Zapfstellen regelmäßig spülen
  • Wasser nach längerer Abwesenheit an allen Hähnen ablaufen lassen
  • Nicht mehr benötigte Leitungsteile fachgerecht entfernen lassen
  • Warmwasser regelmäßig und ausreichend heiß nutzen

Wer längere Zeit abwesend war, sollte nach der Rückkehr an allen Hähnen das Wasser einige Zeit laufen lassen. Nicht mehr genutzte Leitungsabschnitte, sogenannte Totleitungen, sind besonders heikel und sollten von einem Fachbetrieb entfernt werden, weil sie sich nicht durchspülen lassen.

Legionellen mögen es lauwarm und ruhig, deshalb sind Hitze und Bewegung die beste Vorbeugung.

Prüfpflichten für Eigentümer und Vermieter

Für Anlagen, die Trinkwasser an mehrere Parteien abgeben, gelten regelmäßige Untersuchungspflichten. Vermieter größerer Warmwasseranlagen müssen das Wasser in festgelegten Abständen auf Legionellen untersuchen lassen. Die Probenahme erfolgt an bestimmten Stellen des Netzes durch dafür zugelassene Stellen.

Die genauen Anforderungen hängen von Art und Größe der Anlage ab und ändern sich mit der Zeit. Ein Fachbetrieb kennt die aktuellen Vorgaben, unterstützt bei der Probenahme und hilft, die Anlage so einzurichten, dass sie die Anforderungen dauerhaft erfüllt und dokumentiert ist.

Was bei einem Befund zu tun ist

Wird bei einer Untersuchung ein erhöhter Wert festgestellt, ist rasches Handeln gefragt. Zunächst gilt es, die Ursache zu finden, etwa zu niedrige Temperaturen, stehende Leitungen oder Ablagerungen im Speicher. Auf dieser Grundlage werden gezielte Maßnahmen ergriffen.

Zu den Maßnahmen gehören das Anheben der Temperatur, eine gründliche Spülung oder eine technische Sanierung der betroffenen Bereiche. Ein Fachbetrieb plant das Vorgehen, setzt es um und begleitet die Nachuntersuchung, mit der der Erfolg belegt wird. So kehrt die Anlage kontrolliert in einen sicheren Zustand zurück.

Typische Schwachstellen im Leitungsnetz

Bestimmte Stellen im Trinkwassernetz sind für Legionellen besonders anfällig. Dazu gehören Warmwasserspeicher, die zu kühl betrieben werden, sowie lange Leitungswege, auf denen das Wasser auskühlt. Auch Mischbatterien, in denen warmes und kaltes Wasser zusammentreffen, bieten einen kritischen Temperaturbereich.

Ein weiteres Problem sind selten genutzte Bereiche. Ein Gästebad, ein Anschluss im Keller oder eine leer stehende Wohnung sorgen dafür, dass Wasser tagelang steht. In diesen Zonen können sich Bakterien ungestört vermehren, während der Rest der Anlage einwandfrei ist.

Auch die Dämmung der Leitungen spielt eine Rolle. Sind warme und kalte Leitungen dicht beieinander und schlecht gedämmt, erwärmt sich das kalte Wasser unbemerkt in den kritischen Bereich hinein. Eine saubere Trennung und Dämmung hält das Kaltwasser kühl und das Warmwasser heiß.

Ein Fachbetrieb kennt diese Schwachstellen und prüft sie gezielt. Oft lassen sich mit überschaubaren Anpassungen an Temperatur, Zirkulation und Dämmung die Bedingungen so verbessern, dass Legionellen kaum noch eine Chance haben.

Verantwortung von Eigentümern und Verwaltern

Wer Wohnraum vermietet oder eine Immobilie verwaltet, trägt Verantwortung für einwandfreies Trinkwasser. Dazu gehört, die Anlage fachgerecht betreiben zu lassen, die vorgeschriebenen Untersuchungen zu veranlassen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Diese Pflicht lässt sich nicht auf die Mieter abwälzen.

In der Praxis übernimmt meist ein Fachbetrieb die technische Seite und arbeitet mit einer zugelassenen Untersuchungsstelle zusammen. So bleiben Betrieb, Probenahme und Dokumentation in einer Hand, und Sie haben die Sicherheit, dass die Anforderungen erfüllt und die Bewohner geschützt sind.

Vorsorge bei Leerstand und nach dem Urlaub

Steht eine Wohnung längere Zeit leer, ruht auch das Wasser in ihren Leitungen. Damit sich keine Bakterien ansiedeln, sollten die Leitungen regelmäßig gespült werden, selbst wenn niemand dort wohnt. Eine feste Routine, etwa in bestimmten Abständen alle Hähne laufen zu lassen, hält das Wasser in Bewegung.

Nach einem längeren Urlaub gilt dasselbe im Kleinen. Lassen Sie vor der ersten Nutzung an allen Zapfstellen das Wasser einige Zeit ablaufen, warm wie kalt. So spülen Sie das abgestandene Wasser aus den Leitungen, bevor Sie es wieder zum Duschen oder Kochen verwenden.

Besondere Vorsicht gilt beim ersten Duschen nach längerer Abwesenheit. Lassen Sie das heiße Wasser zunächst laufen, ohne sich im Sprühnebel aufzuhalten, und lüften Sie den Raum dabei. Erst danach nutzen Sie die Dusche wie gewohnt, sodass mögliche Bakterien bereits ausgespült sind.

Wer diese einfachen Gewohnheiten beibehält, senkt das Risiko deutlich, ganz ohne technischen Aufwand. In Kombination mit einer richtig eingestellten Anlage und regelmäßiger Wartung bleibt das Trinkwasser so dauerhaft auf der sicheren Seite.

Häufige Fragen

In geringer Zahl kommen Legionellen normal vor. Gefährlich werden sie erst bei starker Vermehrung und wenn sie als Sprühnebel eingeatmet werden, etwa beim Duschen. Über das Trinken ist das Risiko dagegen gering.
Halten Sie das Warmwasser ausreichend heiß und nutzen Sie alle Zapfstellen regelmäßig. Spülen Sie selten genutzte Leitungen und lassen Sie nach längerer Abwesenheit das Wasser an allen Hähnen ablaufen. Hitze und Bewegung sind entscheidend.
Für vermietete Warmwasseranlagen ab einer bestimmten Größe gelten regelmäßige Untersuchungspflichten. Ob und in welchem Abstand das für Sie gilt, hängt von der Anlage ab. Ein Fachbetrieb klärt die aktuellen Anforderungen mit Ihnen.
Dann muss die Ursache gefunden und behoben werden, etwa durch höhere Temperaturen, Spülungen oder eine Sanierung. Eine Nachuntersuchung belegt den Erfolg. Ein Fachbetrieb plant und begleitet die nötigen Schritte.

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