Warum warmes Wasser regelmäßig heiß werden muss
Legionellen vermehren sich vor allem in lauwarmem, stehendem Wasser.
Mit der richtigen Temperatur und regelmäßiger Nutzung lassen sie sich zuverlässig in Schach halten. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie vorbeugen und welche Prüfpflichten für Eigentümer und Vermieter gelten.
- Legionellen vermehren sich in lauwarmem, stehendem Wasser
- Warmwasser sollte ausreichend heiß gehalten und regelmäßig genutzt werden
- Selten genutzte Leitungen sind ein besonderes Risiko
- Für vermietete Anlagen gelten regelmäßige Prüfpflichten
- Was Legionellen sind und warum sie gefährlich werden
- Die richtige Temperatur
- Bewegung im Leitungsnetz
- Prüfpflichten für Eigentümer und Vermieter
- Was bei einem Befund zu tun ist
- Typische Schwachstellen im Leitungsnetz
- Verantwortung von Eigentümern und Verwaltern
- Vorsorge bei Leerstand und nach dem Urlaub
- Häufige Fragen
Was Legionellen sind und warum sie gefährlich werden
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in geringer Zahl im Wasser vorkommen. Zum Problem werden sie erst, wenn sie sich stark vermehren. Ideale Bedingungen finden sie in lauwarmem Wasser, das über längere Zeit steht, etwa in wenig genutzten Leitungen oder in Warmwasserspeichern mit zu niedriger Temperatur.
Gefährlich sind Legionellen vor allem, wenn sie als feiner Sprühnebel eingeatmet werden, zum Beispiel beim Duschen. Über das Trinken gelangen sie dagegen kaum in die Lunge. Deshalb richtet sich die Vorbeugung besonders auf das Warmwasser und auf alle Stellen, an denen Wasser vernebelt wird.
Die gute Nachricht ist, dass sich das Risiko mit einfachen Grundregeln stark senken lässt. Temperatur und Bewegung sind die beiden wichtigsten Hebel, denn heißes und regelmäßig genutztes Wasser bietet den Bakterien kaum eine Chance.
Praxistipp. Wenn eine Dusche längere Zeit nicht benutzt wurde, lassen Sie das Wasser vor der ersten Nutzung einige Minuten heiß laufen und halten Sie sich dabei aus dem Sprühnebel fern.
Die richtige Temperatur
Die wirksamste Vorbeugung ist die Temperatur. Warmwasser sollte im Speicher ausreichend heiß gehalten werden, damit sich Legionellen nicht vermehren können. Der lauwarme Bereich, in dem sie sich am wohlsten fühlen, wird so zuverlässig vermieden. Für größere Anlagen nennt das DVGW-Arbeitsblatt W 551 als anerkannte Regel der Technik mindestens 60 °C am Austritt des Speichers und höchstens 5 Kelvin weniger im Rücklauf der Zirkulation. Für Ein- und Zweifamilienhäuser ist das eine Empfehlung. Lassen Sie die Einstellung von einem Fachbetrieb vornehmen und denken Sie an die Verbrühungsgefahr an den Zapfstellen, die sich zum Beispiel mit einem Thermostatmischer begrenzen lässt.
Ebenso wichtig ist, dass das warme Wasser auf dem Weg zu den Zapfstellen nicht zu stark auskühlt. Eine gut eingestellte Zirkulation hält die Temperatur in der gesamten Leitung hoch. Kalte Zonen im Warmwassernetz sind dagegen typische Stellen, an denen sich Bakterien ansammeln.

Bewegung im Leitungsnetz
Stehendes Wasser ist ein Risiko. In selten genutzten Leitungen, in Gästebädern oder in leer stehenden Wohnungen kann Wasser tagelang stagnieren und sich erwärmen. Genau dort finden Legionellen ideale Bedingungen, weil weder Temperatur noch Bewegung sie stören.
So halten Sie das Wasser in Bewegung.
- Selten genutzte Zapfstellen regelmäßig spülen
- Wasser nach längerer Abwesenheit an allen Hähnen ablaufen lassen
- Nicht mehr benötigte Leitungsteile fachgerecht entfernen lassen
- Warmwasser regelmäßig und ausreichend heiß nutzen
Wer längere Zeit abwesend war, sollte nach der Rückkehr an allen Hähnen das Wasser einige Zeit laufen lassen. Nicht mehr genutzte Leitungsabschnitte, sogenannte Totleitungen, sind besonders heikel und sollten von einem Fachbetrieb entfernt werden, weil sie sich nicht durchspülen lassen.
Legionellen mögen es lauwarm und ruhig, deshalb sind Hitze und Bewegung die beste Vorbeugung.
Prüfpflichten für Eigentümer und Vermieter
Die Untersuchungspflicht ergibt sich aus der Trinkwasserverordnung in der seit Juni 2023 geltenden Fassung (Stand Oktober 2026). Sie betrifft Großanlagen zur Trinkwassererwärmung. Eine solche liegt vor, wenn der Speicher oder zentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer mehr als 400 Liter fasst oder wenn mindestens eine Rohrleitung zwischen dem Abgang des Erwärmers und einer Entnahmestelle mehr als 3 Liter Inhalt hat. Die Zirkulationsleitung wird dabei nicht mitgerechnet. Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern gelten nicht als Großanlage.
Untersucht werden muss, wenn das Wasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird und es Duschen oder andere Einrichtungen gibt, in denen Wasser vernebelt wird. Auch die Vermietung von Wohnungen zählt als gewerbliche Tätigkeit. Vorgeschrieben ist dann eine systemische Untersuchung auf Legionellen mindestens alle drei Jahre, bei öffentlicher Tätigkeit wie in Schulen oder Sporthallen jährlich. Eine neue Anlage wird erstmals innerhalb von drei bis zwölf Monaten nach Inbetriebnahme untersucht. Die Proben entnimmt eine dafür zugelassene Untersuchungsstelle an festgelegten Stellen des Netzes, und ein Fachbetrieb kann fehlende Probenahmeventile nachrüsten.
Was bei einem Befund zu tun ist
Als Grenze nennt die Trinkwasserverordnung einen technischen Maßnahmenwert von 100 koloniebildenden Einheiten Legionellen je 100 Milliliter. Wird er erreicht oder überschritten, muss der Betreiber das unverzüglich dem Gesundheitsamt anzeigen, sofern das nicht bereits die Untersuchungsstelle getan hat. Außerdem muss er die Ursache mit einer Ortsbesichtigung klären, eine schriftliche Risikoabschätzung erstellen lassen und die betroffenen Bewohner informieren.
Typische Ursachen sind zu niedrige Temperaturen, stehende Leitungen oder Ablagerungen im Speicher. Zu den Maßnahmen gehören das Anheben der Temperatur, eine gründliche Spülung oder der Rückbau von Totleitungen. Ergriffene Maßnahmen sind dem Gesundheitsamt ebenfalls mitzuteilen, und eine Nachuntersuchung belegt den Erfolg. Die technischen Arbeiten an der Installation übernimmt ein Fachbetrieb.
Typische Schwachstellen im Leitungsnetz
Bestimmte Stellen im Trinkwassernetz sind für Legionellen besonders anfällig. Dazu gehören Warmwasserspeicher, die zu kühl betrieben werden, sowie lange Leitungswege, auf denen das Wasser auskühlt. Auch Mischbatterien, in denen warmes und kaltes Wasser zusammentreffen, bieten einen kritischen Temperaturbereich.
Ein weiteres Problem sind selten genutzte Bereiche. Ein Gästebad, ein Anschluss im Keller oder eine leer stehende Wohnung sorgen dafür, dass Wasser tagelang steht. In diesen Zonen können sich Bakterien ungestört vermehren, während der Rest der Anlage einwandfrei ist.
Auch die Dämmung der Leitungen spielt eine Rolle. Sind warme und kalte Leitungen dicht beieinander und schlecht gedämmt, erwärmt sich das kalte Wasser unbemerkt in den kritischen Bereich hinein. Eine saubere Trennung und Dämmung hält das Kaltwasser kühl und das Warmwasser heiß.
Ein Fachbetrieb kennt diese Schwachstellen und prüft sie gezielt. Oft lassen sich mit überschaubaren Anpassungen an Temperatur, Zirkulation und Dämmung die Bedingungen so verbessern, dass Legionellen kaum noch eine Chance haben. Arbeiten an Leitungen und Warmwasserbereitung übernimmt unser Team für Sanitär und Heizung.
Verantwortung von Eigentümern und Verwaltern
Wer Wohnraum vermietet oder eine Immobilie verwaltet, trägt Verantwortung für einwandfreies Trinkwasser. Dazu gehört, die Anlage fachgerecht betreiben zu lassen, die vorgeschriebenen Untersuchungen zu veranlassen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Diese Pflicht lässt sich nicht auf die Mieter abwälzen. Damit Untersuchungstermine nicht untergehen, gehören sie in den Wartungsplan der Immobilie.
In der Praxis übernimmt meist ein Fachbetrieb die technische Seite und arbeitet mit einer zugelassenen Untersuchungsstelle zusammen. So bleiben Betrieb, Probenahme und Dokumentation in einer Hand, und Sie haben die Sicherheit, dass die Anforderungen erfüllt und die Bewohner geschützt sind.
Wir sehen uns die Anlage vor Ort an und sagen Ihnen ehrlich, was nötig ist.
Vorsorge bei Leerstand und nach dem Urlaub
Steht eine Wohnung längere Zeit leer, ruht auch das Wasser in ihren Leitungen. Damit sich keine Bakterien ansiedeln, sollten die Leitungen regelmäßig gespült werden, selbst wenn niemand dort wohnt. Eine feste Routine, etwa in bestimmten Abständen alle Hähne laufen zu lassen, hält das Wasser in Bewegung.
Nach einem längeren Urlaub gilt dasselbe im Kleinen. Lassen Sie vor der ersten Nutzung an allen Zapfstellen das Wasser einige Zeit ablaufen, warm wie kalt. So spülen Sie das abgestandene Wasser aus den Leitungen, bevor Sie es wieder zum Duschen oder Kochen verwenden.
Besondere Vorsicht gilt beim ersten Duschen nach längerer Abwesenheit. Lassen Sie das heiße Wasser zunächst laufen, ohne sich im Sprühnebel aufzuhalten, und lüften Sie den Raum dabei. Erst danach nutzen Sie die Dusche wie gewohnt, sodass mögliche Bakterien bereits ausgespült sind.
Wer diese einfachen Gewohnheiten beibehält, senkt das Risiko deutlich, ganz ohne technischen Aufwand. In Kombination mit einer richtig eingestellten Anlage und regelmäßiger Wartung bleibt das Trinkwasser so dauerhaft auf der sicheren Seite.
Häufige Fragen
Wie gefährlich sind Legionellen im Trinkwasser?
In geringer Zahl kommen Legionellen normal vor. Gefährlich werden sie erst bei starker Vermehrung und wenn sie als Sprühnebel eingeatmet werden, etwa beim Duschen. Über das Trinken ist das Risiko dagegen gering.
Wie beuge ich Legionellen zu Hause vor?
Legionellen beugen Sie vor, indem Sie das Warmwasser ausreichend heiß halten und alle Zapfstellen regelmäßig nutzen. Spülen Sie selten genutzte Leitungen und lassen Sie nach längerer Abwesenheit das Wasser an allen Hähnen ablaufen. Hitze und Bewegung sind entscheidend.
Muss ich mein Trinkwasser untersuchen lassen?
Wenn Sie Wohnungen vermieten, die Warmwasseranlage eine Großanlage mit mehr als 400 Liter Speicherinhalt oder mehr als 3 Liter in einer Leitung zur Entnahmestelle ist und es Duschen gibt, ist nach der Trinkwasserverordnung mindestens alle drei Jahre eine Untersuchung auf Legionellen vorgeschrieben (Stand Oktober 2026). Für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser gilt diese Pflicht nicht.
Was passiert bei einem positiven Legionellenbefund?
Bei einem Legionellenbefund ab 100 koloniebildenden Einheiten je 100 Milliliter ist der technische Maßnahmenwert erreicht. Dann sind das Gesundheitsamt zu informieren, die Ursache zu klären, eine Risikoabschätzung zu erstellen und Maßnahmen wie höhere Temperaturen oder Spülungen umzusetzen. Eine Nachuntersuchung belegt den Erfolg.
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